herausquoll. Schon oft hatte mich der Anblick des unkorrekt sit­zenden Kleidungsstückes geärgert und auch jetzt war es mir sehr peinlich, meinen Hermann so unvorteilhaft vorzufinden.
Ich stellte die Konsumbeutel ab und griff beherzt zu, um die Sa­che dahinzuschieben, wo sie hingehörte. Unter dem Wagen war ein dumpfer Schlag zu hören, Hermann war so beschäftigt, dass er sich nicht stören ließ.
"Ich mach schon einmal Kaffee", sagte ich," komm dann hoch, wenn du soweit bist!" Ich griff wieder zu meinen Konsumbeuteln und kletterte die 7 Stockwerke zu unserer Wohnung hinauf, da der Fahrstuhl wieder einmal  den Dienst verweigerte.
Als ich mit dem Schlüssel klappernd die Tür öffnen wollte, wurde sie von innen aufgemacht und Hermann begrüßte mich mit: "Schön, dass du schon da bist, Schatz!"
Mir wurde ganz schlecht. Wem war ich da so kurz entschlossen in seine Intimsphäre gefahren?
Ich erzählte Hermann von dem peinlichen Vorkommnis.
"Unser Trabi steht eine Häuserecke weiter, weil ich keinen Parkplatz mehr gefunden habe", erklärte er. Wir machten uns so­fort Gedanken, wer der Unglückliche wohl gewesen war.
"Das war sicher der pickelige Kettenraucher aus dem zweiten Stock", meinte Hermann. Ich lief mir erst einmal schnell die Hände waschen.
"Oder Nachbar Maier, der mich immer so obszön anstarrt, dachte ich im Bad, was der jetzt wohl denken mag.
"War es bei dem Trabi hier kurz vor dem Haus?" rief Hermann aus dem Wohnzimmer, das einen Ausblick auf die Straße hat. "Der Mann liegt noch immer unter seinem Auto."
"Na, da kann es ja nicht so schlimm gewesen sein, er hat mich ja auch nicht gesehen", fiel mir ein. "Vielleicht dachte er, es war seine eigene Frau.

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