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Annemone Halfpaap

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© 2001

Bilder

 

Rübezahl und der Osterhase!


Rübezahl! Ein Bild zur Geschichte von Hagen Halfpaap!

 

Zur Frühlingszeit saß Rübezahl auf dem höchsten Berg seines Waldes und wartete auf den Osterhase.
Als er ihn durch den Wald hoppeln sah, rief er ihn gleich an: „Du, Osterhase, komm doch mal her!“
Der Osterhase aber war vom Weihnachtsmann gewarnt worden und rief zurück: „Nein, nein Rübezahl, du haust mich nicht übers Hasenohr, ich weiß bescheid!“
Rübezahl beeilte sich nun, den Osterhasen einzuholen und rief beim Laufen: „Es ist nicht, wie Du denkst. Ich will Dir helfen beim Eieraustragen, versprochen bei meiner Ehre als Waldgeist!“
Nun besann sich der Osterhase, bei diesem Versprechen will ich sein Angebot nicht ausschlagen. Er wartete auf Rübezahl und zeigte ihm dann den Inhalt seines großen schweren Korbes.
Herrlich bemalte Eier waren eingebettet zwischen wunderschönen kleinen Geschenken aus Holz, Stroh, Blättern und Federn.
„Wunderbar!“ staunte Rübezahl. „Ihr habt schwer gearbeitet für die Menschen. Komm Osterhase, lass uns zusammen ins Dorf ziehen, ich trage Deinen schweren Korb.“
Gesagt, getan, Osterhase und Rübezahl zogen gemeinsam in das gleiche Dorf, das Rübezahl auch mit dem Weihnachtsmann besucht hatte.
Die Dorfbewohner feierten schon unter den frische ergrünten Birken das Osterfest mit einem köstlichen Osterschmaus, als sie die beiden Gefährten nahen sahen.
Die Leute erstarrten für einen Moment. Dann rissen sich die Omas die Halsketten ab und versteckten sie hastig in den Jackentaschen. Die Mütter zogen ihre Spangen aus dem Haar. Die Kinder setzten sich auf ihre Puppen und Teddys und die Männer nahmen ihre Hüte vom Kopf und zerknüllten sie in ihren Händen. Das letzte Weihnachtsfest mit Rübezahl hatten sie noch gut in Erinnerung.
Doch Rübezahl und Osterhase ließen sich nicht beirren durch die Angst der Leute. Rübezahl stellte den Korb ab und pries die wundervollen Eier und die liebevoll gebastelten Geschenke an.
“Seht nur Leute, was die lieben, fleißigen Osterhasen alles für euch getan haben, gearbeitet haben sie das ganze Jahr hindurch bei Tag und bei Nacht, um euch große Freude zu bereiten. Der Osterhase hätte es gar nicht geschafft, die schwere Last zu euch zu tragen, deshalb habe ich ihn begleitet“.
Der Osterhase nickte zu Rübezahls Worten, er fühlte sich geschmeichelt.
Die Dorfbewohner verloren schnell ihre Angst vor Rübezahl, bestaunten die Eier und die Geschenke und die ersten begannen bereits, sich etwas aus dem Korb auszusuchen.
„Moment!“ donnerte Rübezahl, als er das sah. „Der Osterhase hat euch seine wundervollen Geschenke gezeigt, nun zeigt ihr eure Geschenke für die Osterhasenfamilie, die fleißige!“
Die Leute waren verdutzt, Geschenke für den Osterhasen, das ist ja was ganz neues. Aber na ja, dachten sie, schlimm ist das auch nicht. Schnell wurden aus den Ställen und Kellern noch eine Mohrrübe, Heu, eine Kartoffel und eine Rübe vom letzten Jahr geholt und dem Osterhasen vor die Pfoten gelegt.
Ein Mann, der zu faul war, zu seinem Haus zu gehen, knickte einen frischen Birkenzweig ab und warf ihn dem Osterhasen zu.
Der brave Osterhase wollte sich schon bedanken, als Rübezahl anfing zu brüllen:
“Aha, so ist das also, das sind die schönen Geschenke für den lieben Osterhasen, der sich für euch halb tot geschuftet hat?“
Die Leute begannen zu stottern: „Da....das essen doch Hasen gerne, das ist do... doch köstlich...“
“Köstlich?“ schrie Rübezahl wutentbrannt. Dann zeigt uns doch, wie köstlich das schmeckt, und esst es hier und jetzt sofort auf bis auf den letzten Rest!“
Der Osterhase dachte für einen Moment, er könne seinen Löffeln nicht mehr trauen.
Die Leute wurden bleich vor Schreck. Doch es half  nichts, Rübezahl ließ sie die alte Rübe, die verschrumpelte Kartoffel, die faulige Mohrrübe, das Heu und auch den Birkenzweig verzehren. Sie durften nicht einmal Wasser zum Runterspühlen trinken.
„Strafe muss sein, dachte Rübezahl und zwinkerte dem eingeschüchterten Osterhase aufmunternd zu.
“So!“ sagte Rübezahl bestimmend, als die Leute die Hasengeschenke heruntergewürgt hatten, „nun sage ich euch, was den Osterhasen und seine Freunde erfreut und ihr tut gut daran, es sogleich herbei zu schaffen. Sonst,....“ Rübezahl hob drohend den Finger und die Leute nickten eifrig.
“Der Osterhase isst gerne Kuchen!“ fing Rübezahl an aufzuzählen, er wartete, bis ein Kuchen vom Tisch zum Osterhasen wanderte, dann fuhr er fort: „Der Osterhase isst gerne Wurst und Schinken, er konnte es noch nie probieren, so arm ist er, aber er isst es furchtbar gern.“
Der Osterhase wagte nicht, zu widersprechen und schnupperte nur aufgeregt . Die Leute dachten, er nicke eifrig und beeilten sich, Würste und Schinken heran zu tragen.
“Der Osterhase ist gerne Äpfel und Petersilie“, zählte Rübezahl weiter auf. Diesmal nickte der Osterhase wirklich, er freute sich, dass seine Leibspeise aufgezählt wurde.
Rübezahl zählte noch viele Leckereien auf, wie: Kräuter, kandierte Früchte, Marmelade, aber auch nützliche Dinge, wie ein Federbett, eine Gardine, eine Schürze.
Alles wurde von den Dorfbewohnern eilig herbeigeschafft.
Und wieder einmal ging Rübezahl schwer bepackt in den Wald zurück. Dem Osterhasen hatte er den Korb, in dem vorher die Eier und die Geschenke waren, voller Osterhasenleckereien gepackt. Sie hatten sich als Freunde Lebewohl gesagt, obwohl es dem Osterhasen etwas peinlich war, mit so vielen Geschenken zurück zu hoppeln.
“Das ist schon recht so“, sprach ihm Rübezahl zu, „was du nicht brauchen kannst, nehme ich mit, damit die Dorfbewohner nicht traurig sind.
Die Dorfbewohner beschlossen noch an diesem Tag, kein Weihnachten und kein Ostern mehr zu feiern. 

Ende

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