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Annemone Halfpaap

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© 2001

Bilder

 

Eine Weihnachtsgeschichte vom Berggeist  Rübezahl!

 

Es war zur Weihnachtszeit. Das Riesengebirge war tief verschneit und der Berggeist Rübezahl saß missmutig  auf einem Berg.
Ihm war langweilig und er hatte Hunger. Da sah er den Weihnachtsmann auf seinem Schlitten, der voller Geschenke gepackt war, durch den Wald fahren.
Ei, dachte er, der Weihnachtsmann, der hat’s gut, dem hau ich jetzt eins auf die Mütze!
Gedacht, getan, Rübezahl versteckte sich hinter einem großen Baum, sprang, als der Schlitten vorbeifuhr, auf und versetzte dem Weihnachtsmann einen kräftigen Schlag auf den Kopf. Dieser fiel sofort in eine Ohnmacht.
Oh, dachte Rübezahl nun, was sind denn das für herrliche Pakete auf dem Schlitten, das sehe ich mir mal genauer an.
Er riss die hübsch verpackten Geschenke auf und freute sich an den schönen Dingen. Er fand einen Schal, den er sich umband, dicke Strümpfe, die er sich anzog, eine Trompete auf der er blies und vieles mehr.
Aha, begriff nun Rübezahl, der Weihnachtsmann bekommt von allen Leuten Geschenke. Das will ich auch!
So zog er dem Weihnachtsmann Mantel und Stiefel aus und verkleidete sich als Weihnachtsmann, einen langen Bart hatte er selbst.
Den armen Weihnachtsmann deckte er mit Fellen zu und band ihn an den nächsten Baum.
Rübezahl machte sich nun mit dem Schlitten sofort auf den Weg ins nächste Dorf und war schon gespannt auf die vielen Geschenke, die ihn erwarteten.
Als er dort ankam, standen die Leute auf dem Dorfplatz unter dem großen geschmückten Tannenbaum und sahen ihn erwartungsvoll an.
Rübezahl stand mit seinem Schlitten da und wartete. Dann wurde er böse und donnerte: “Wo sind meine Geschenke?“
Die Leute erstarrten vor Schreck, sie hatten noch nie einen so großen, bösen Weihnachtsmann gesehen. Die Kinder fingen an zu weinen. Und Rübezahl wurde noch wütender. „Wenn ihr mir keine Geschenke gebt, dann nehme ich mir welche!“ schrie er und stieg vom Schlitten.
Er ging zu einer Oma , nahm ihr die Halskette ab und hängte sie sich um, einem Kind nahm er den Teddy weg und seiner Mutter die Haarspange, die er sich in seinen langen Bart klemmte. Einem Mann nahm er den Hut vom Kopf. Die Leute schrien nun alle vor Angst und Schrecken und Rübezahl hatte genug  vom Geschenkeeinsammeln, bestieg rasch wieder den Schlitten und fuhr zurück in den Wald.
Dort suchte er sofort den gefesselten Weihnachtsmann auf, der inzwischen wieder zu sich gekommen war.
“Du Weihnachtsmann“, fragte Rübezahl, „warum hast Du so hübsch verpackte Geschenke von den Leuten bekommen und ich musste sie mir selber nehmen?“
“Oh je“, stöhnte der Weihnachtsmann und erklärte Rübezahl den Weihnachtsbrauch.
„Oh, oh“, überlegte nun Rübezahl, als er von seinem Irrtum erfuhr, „was mach ich jetzt?“
Aber schnell kam ihm eine neue Idee. Er zog dem armen Weihnachtsmann schnell wieder Mantel und Stiefel an, setzte ihn auf den Schlitten und hieb mit einem Stock auf die Rentiere ein, dass sie im Galopp losliefen und erst wieder hielten, als sie in das Dorf kamen, in dem kurz zuvor Rübezahl war.
Auch jetzt standen die Leute noch auf dem Platz. Doch als sie den Weihnachtsmann wieder sahen, warfen sie mit Steinen nach ihm, zerrten ihn vom Schlitten und verprügelten ihn ordentlich.
Rübezahl hatte sich am Dorfrand versteckt und sah nun die ganze Misere.
Der Weihnachtsmann tut mir leid, dachte er sich, das war ein böser Streich von mir, ich muss ihm helfen!
So lief er zwischen die prügelnden Leute, einen riesigen Knüppel in der Hand, den er über dem Kopf schwang und schrie ganz furchtbar: „Ihr lasst sofort den Weihnachtsmann laufen, oder“, er ließ seinen Knüppel kreisen.
Die Leute hörten sofort auf und starrten angstvoll auf Rübezahl.
“Setzt den Weihnachtsmann auf seinen Schlitten und lasst ihn weiterziehen!“ befahl er den Leuten.
Diese taten gleich, was ihnen befohlen wurde.
“Und nun“, donnerte Rübezahl weiter „bekommt ihr bösen Weihnachtsmannverprügeler noch eine Strafe. Ihr gebt mir alle euer Weihnachtsessen!“
Wenig später verließ Rübezahl zufrieden das Dorf. Er war behängt mit Schinken, Würsten, Säcken voller Äpfel und Nüsse. Schön, dachte er auf dem Nachhauseweg in den Wald, nun habe ich genug zu essen bis Ostern.
Ostern......? Da kommt doch der Osterhase! 

 

Ende

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