Kater Fuchsi und seine Freunde (Dr. Wülfsen ist nur zu Besuch, ganz rechts).

male, male, male

zurück

Bilder

 

Heiko Halfpaap

© 1992
Kater Fuchsi und seine Freunde!

Eine Geschichte für Annemone

 

1. Kapitel

Am Rand eines kleinen Dorfes gab es einen kleinen Bau­ernhof. Auf dem lebte ein kleiner Kater.
Sein Fell war wuschelweich und hatte rote Streifen.
Es war kein gewöhnlicher Kater, denn der rotgestreifte Kater glaubte ,er sei ein Fuchs.
Die anderen Katzen, die auch noch auf dem Bauernhof lebten,  nannten ihn Kater Fuchsi.
Kater Fuchsi wollte mit den anderen Katzen nicht viel zu tun haben, es waren ja Katzen . Füchse mögen keine Kat­zen, dachte Kater Fuchsi.
Die Katzen  wollten nichts mit Kater Fuchsi zu tun haben, da er ja ein Fuchs war.
Kater Fuchsi hatte ein großes Problem, er wusste nicht, was Füchse so tun. Er wusste eigentlich überhaupt nichts über Füchse. Auf dem Bauernhof gab es außer ihm auch keinen Fuchs , den er hätte fragen können, nur Katzen, Enten, Hühner, Schweine, Kühe, Senta , Elli und Man­fred.
Aber Kater Fuchsi wusste, dass Füchse Sahne lieben. Er wusste es, weil er Sahne liebte und er war ja schließlich ein Fuchs.
Außerdem mögen Füchse auch über Sentas Schnauze lie­gen, wenn Senta schläft. Und dann mögen Füchse, wenn sie so über Sentas Schnauze liegen, mit den Pfoten an ihren Ohren zauseln, bis Senta ganz böse knurrt.
Wenn Senta lange genug geknurrt hat, springt Kater Fuchsi hoch  und tut so, als wäre er eine Katze , die vor Senta Angst hat und davonrennt.
Kater Fuchsi macht es großen Spaß, sich von Senta jagen zu lassen. Dann schießen die zwei über den ganzen Bau­ernhof, Kater Fuchsi voran und Senta hinterher.  Gerade wenn Senta denkt ,sie hätte Kater Fuchsi gleich erwischt, entschlüpft er  durch einen Schlitz zwischen dem Scheu­nentor und Senta kann gerade noch bremsen ,um nicht mit der Schnauze dagegen zu rennen.
Senta kann natürlich nicht durch solche Schlitze  springen, denn Senta ist viel zu groß und zu dick, denn Senta ist ein Bernhardiner.
Außer Senta gibt es noch Elli und Manfred auf dem Hof.
Elli und Manfred sind besonders dumme Tiere, sie haben vier Beine  und laufen trotzdem nur auf zweien, so dumm sind sie !
Hühner und Enten laufen auch nur auf zwei Beinen, aber sie haben ja auch nur zwei . Hühner und Enten sind auch dumm, vor allen Dingen, weil sie keine  Sahne mögen.
So dachte jedenfalls Kater Fuchsi über die Sache.
Elli und Manfred liefen nicht nur auf zwei Beinen, son­dern Elli brachte Kater Fuchsi auch immer sein Fressen und manchmal sogar Sahne.
Kater Fuchsi war sehr froh, dass Elli so dumm war, sonst hätte sie ja die Sahne selber gefressen und nicht ihm ge­bracht.
Elli hatte also die wichtige Aufgabe ,ihn ,den Fuchs, zu bedienen.
Kater Fuchsi überlegte lange, wozu Manfred gut sein könnte.
Er beobachtete ihn zu diesem Zweck.
Manfred ging über den Hof,  verschwand im Schweine­stall und schimpfte mit den Schweinen.
Manfred ging über den Hof, verschwand im Kuhstall  und brüllte die Ochsen an.
Manfred ging über den Hof zum Hühnergehege, schrie herum und trat nach dem Hahn, dass dieser Purzelbäume machte und unter "Kikeriki!" davoneilte.
Kater Fuchsi fand heraus, dass Manfred für nichts gut war und überlegte, ob er hingehen sollte, um ihm "haps" den Kopf abzubeißen.
Manfred war sehr groß und dick und furchtbar anzusehen.
Weil Kater Fuchsi sich für einen klugen Fuchs hielt, über­legte er es sich anders. Es ist viel klüger, wenn ich Man­fred erst erschrecke und über den Hof jage, damit die an­deren Tiere sehen, was für ein gefährlicher Fuchs ich bin. Danach beiße ich ihm dann gleich den Kopf ab.
Als also Manfred wieder über den Hof lief, versteckte sich Kater Fuchsi hinter dem Scheunentor . Manfred kam vorbei. Kater Fuchsi sprang hervor, sein Fell gesträubt, sein buschiger Schwanz steil in die Luft gestreckt und fauchte das gefährlichste Fauchen, was er konnte.
Es war furchtbar!
Vor Schreck tat Manfred so, als hätte er Kater Fuchsi nicht gesehen. Er lief einfach weiter und traute sich vor Angst nicht einmal, zu rennen. Manfred erreichte die Haustür und ohne sich umzudrehen, er hätte ja sonst den schrecklichen Kater Fuchsi noch einmal sehen müssen, schlug er die Tür zu und verschwand im Haus.
Kater Fuchsi überlegte, ob er die Tür herausreißen und Manfred noch ein bisschen herumjagen sollte. Er fand , dass es für heute genug sei und stolzierte nach Fuchsart zu dem Hühnerstall um zu sehen, was da wohl so los sei.

2. Kapitel

Im Hühnerstall war was los. Die Hühner flatterten schrei­end hin und her, und die Enten wurden von Elli herumge­hetzt. Sie schrieen auch.Kater Fuchsi machte es sich bequem und sah gespannt zu, was wohl passieren würde.
Schließlich schnappte Elli eine Ente am Hals und zerrte sie ins Haus.  Es kehrte wieder Ruhe ein. Die Hühner pickten nach Körnern und die Enten schnatterten noch ein bisschen hin und her. Die Sonne schien warm auf Kater Fuchsis Bauch herab, und er blinzelte ihr entgegen, bis er die Augen ganz schloss und einschlief.
Kater Fuchsi träumte von wunderbaren Leckereien. Das Wasser lief ihm im  Maul zusammen. Er träumte, dass er alles auffraß und kaute im Traum. Es schmeckte köstlich und wie das duftete.
Da wurde Kater Fuchsi wach. Es duftete immer noch so lecker.
Er wischte sich mit seiner Pfote über die Schnauze, aber nein, er schlief nicht. Es roch einfach wunderbar.
Kater Fuchsi streckte die Nase in die Luft und ging dem Duft nach. Vor einem offenen Fenster blieb er stehen. Es kam aus dem Haus . Da drin gibt es was herrliches zu fressen, und ich stehe hier draußen, ärgerte sich Kater Fuchsi.
Er versuchte, die Hauswand hochzuklettern, aber das ging nicht. Diese alte Ente sitzt bestimmt drin und stopft sich den Bauch voll. Kater Fuchsi war jetzt wirklich wütend. Irgendwie musste er doch hineinkommen.
Da hörte er die Tür aufgehen, sprang um die Hausecke und huschte Manfred zwischen den Beinen hindurch ins Haus .
Manfred merkte nichts, er machte sich auf den Weg über den Hof, knallte hinter sich die Tür zu und ging die Schweine anschreien.
"Bums!" die Tür war zu und Kater Fuchsi saß im Haus.
Da waren überall Wände um ihn herum. Vor ihm war ei­ne Wand, hinter ihm , links und rechts war auch Wand.
Jetzt bin ich eingesperrt und kann nach nirgends davon­laufen, dachte Kater Fuchsi entsetzt. Das köstliche Fres­sen war vergessen. Die Beine zitterten, der Schwanz we­delte ängstlich hin und her und ein wimmerndes Mauzen entfuhr der bibbernden Katzenschnauze.
Gerade als Kater Fuchsi vor Angst tot umfallen wollte, entdeckte er weiter vorne eine Treppe. Dort wird es wie­der nach draußen gehen, dachte sich Kater Fuchsi und rannte wie der Blitz die Treppe hoch. Dann bog er um die Ecke und sprang durch den Türspalt in ein Zimmer.
"Hilfe eine Ratte!" schrie ein komisches blaues Tier. Ka­ter Fuchsi sträubte sein Fell, machte einen Buckel und aus seinem Schwanz eine Bürste. Nach draußen ging es hier auch nicht.
"Eine Ratte, eine Ratte! Teddy mach sie schnell tot, bevor sie uns den Schaumstoff aus dem Bauch reißt." schrie das komische blaue Tier und sprang rückwärts auf das Sofa.
Kater Fuchsi war mit so viel Schwung in das Zimmer ge­saust, dass er jetzt mittendrin stand . Die Tür war minde­stens drei Sprünge weit weg und wenn sich Kater Fuchsi umdrehte, sprang ihm sicher das furchtbare blaue Tier auf den Rücken und biss ihm den Kopf ab.
Langsam ging Kater Fuchsi rückwärts und ließ dabei das blaue Vieh nicht aus den Augen.
"He!" machte es von hinten, und jemand stupste ihn. So­fort machte Kater Fuchsi einen Satz auf den Tisch, rutsch­te mit der Tischdecke wie auf einer Eisschicht und fiel mit samt der Blumenvase hinten vom Tisch wieder herunter. Kater Fuchsi war außer sich!   Links das furchtbare blaue Tier, das sich die Augen zuhielt und rechts ein dicker brauner Fellhaufen, der kicherte.
Kater Fuchsi saß in der Pfütze Blumenwasser zwischen einem Haufen Ringelblumen und versuchte, gefährlich auszusehen.
"Was machst du denn hier, Kater?" fragte der braune Plüschhaufen freundlich.
"Kater?" rief das blaue Vieh. "Ein Kater, keine Ratte?"
"Nein", sagte das braune Ding, "das ist doch der kleine Kater unten vom Hof. Den haben wir doch schon oft durch das Fenster gesehen."
"Ratten kann man auch durch das Fenster sehen", entgeg­nete das blaue Tier.
" Frag ihn doch, ob er der Kater ist oder eine Ratte", schlug der Fellhaufen vor.
"Ich bin keine Ratte...", rief Kater Fuchsi mutig.
"Siehst du", sagte der braune Fellhaufen.
"....und ich bin kein Kater", erklärte Kater Fuchsi weiter.
"Siehst du", rief nun das blaue Vieh und sprang entsetzt noch ein Stück weiter zurück.
"Kein Kater?" rief der braune Fellhaufen verwundert. "Aber wer oder was bist du denn dann?"
"Ich bin ein Fuchs", sagte Kater Fuchsi, " und zwar ein gefährlicher!" fügte er hinzu, damit die zwei Viecher ihm nicht den Kopf abbeißen.
"Reißen Füchse Stofftieren den Bauch auf und zerren Füchse den Schaumstoff aus dem aufgerissenen Stofftier­bauch?" fragte das blaue Vieh ängstlich.
Kater Fuchsi überlegte eine Weile. "Nein", sagte er schließlich. "Nur wenn die Stofftiere versuchen, Füchsen den Kopf abzubeißen."
"Bist du ganz sicher?" fragte das blaue Vieh schon mutiger.
"Ganz sicher", sagte Kater Fuchsi. "Seid ihr Stofftiere?" fragte er weiter.
"Ja", sagte der braune Fellhaufen. "Ich bin Teddy Plüschohr, und das dort ist mein Freund Affe Bimbo.
"Ich wusste gar nicht, dass im Haus auch Tiere wohnen", erklärte Kater Fuchsi und schüttelte von seiner Pfote das Blumenwasser. "Außer der Ente, habt ihr die gesehen?"
"Eine Ente?" wunderte sich Affe Bimbo. "Hier waren noch nie andere Tiere."
"Wir sind noch nicht lange hier", erklärte Teddy Plüsch­ohr. "Normalerweise wohnen wir bei Ellis Enkelin Rita, aber die hat uns hier vergessen, und seitdem sind wir hier."
"Wieso wohnt ihr bei Rita und wie konnte sie euch ver­gessen?" wunderte sich Kater Fuchsi, der inzwischen auf dem Bauch über den Teppich schupperte, um das eklige Wasser aus dem Fell zu kriegen.
"Das ist so", sagte Affe Bimbo, " wenn du auf die Welt gekommen bist, sitzt du mit vielen netten Freunden in Regalen herum. Dann kommt ein Mensch und kauft dich. Du wirst eingepackt und verschleppt.
Ein fettes hässliches Kind reißt dich aus dem Karton, drückt seinen stinkenden Mund in dein Gesicht und du wirst über den schmutzigen Fußboden geschleift. Und dann und dann reißen sie dir Arme und Beine raus!" rief Affe Bimbo aufgeregt und zog sich mit beiden Händen die Ohren lang.
"Haben sie das mit euch schon oft gemacht?" fragte Kater Fuchsi.
"Nein, aber sie könnten" erklärte Affe Bimbo.
"Wie furchtbar", fand Kater Fuchsi, der von seiner Fell­pflege aussah wie eine Klobürste. "Aber warum lauft ihr denn nicht einfach weg, oder besser, beißt dem hässlichen Kind doch den Kopf ab."
Teddy Plüschohr und Affe Bimbo sahen sich verwundert an. Endlich sagte Teddy Plüschohr: "Aber das geht doch nicht, wegen der Starre."
"Welcher Starre ?" wollte Kater Fuchsi wissen?"
"Wenn Menschen auftauchen, sind wir ganz steif und starr und können uns nicht bewegen", erklärte Affe Bimbo. "Deshalb können wir auch nicht einfach von hier weggehen."
Kater Fuchsi wurde es ganz weinerlich ums Herz, von so einer schrecklichen Krankheit hatte er noch nie gehört. "Vielleicht erschreckt ihr nur vor den Menschen, weil sie so hässlich sind und könnt euch deswegen nicht bewegen", überlegte er. "Wenn ihr euch Mühe gebt, könnt ihr sicher davonlaufen, wenn ein Mensch kommt." Kater Fuchsi saß jetzt neben Teddy Plüschohr und klopfte ihm aufmunternd mit der Pfote auf den Teddykopf.
"Ich glaube, das haut nicht hin", meinte Affe Bimbo, der jetzt vorsichtig näher kam. Er schupste Kater Fuchsi an und fragte: "Trinkst du auch so gerne Whisky wie ich?"
Kater Fuchsi sagte schnell: "Ja klar, und Sahne", denn er hatte keine Ahnung, was Whisky ist.
"Wenn es dunkel ist und Elli und Manfred schlafen", er­klärte Affe Bimbo eifrig, "schleichen wir uns in die Kü­che . Unten im Regal steht eine große Flasche Whisky." "Und oben im Regal gibt es Kekse, hmmm". machte Teddy Plüschohr.
Kater Fuchsi wusste auch nicht, was Kekse ist, und mach­te auch: "Hmmm!"
"Um an die Kekse heran zu kommen, muss man auf Bim­bos Schultern klettern", erzählte Teddy Plüschohr weiter. "Es ist aber sehr wichtig, dass man erst die Kekse holt", Teddy machte ein wichtiges Gesicht. Affe Bimbo machte ihn nach, wobei er mit den Ohren wackelte. "Neulich ha­ben wir zuerst den Whisky getrunken, da ist   uns beim Kekseholen das Regal umgekippt. Gleich kam Manfred angestürmt, hat geschrieen: 'Wieder diese Ratten! 'und hat sein Geschirr erschossen."
"Wir saßen hinter der Küchenbank und mussten immer ki­chern", fügte Affe Bimbo hinzu. "Es ist sehr gefährlich zu kichern wenn Manfred sein Geschirr erschießt." Er hatte jetzt das letzte bisschen Angst vor Kater Fuchsi ver­loren und zog ihn sanft am Schwanz, steckte seine Nase in Fuchsis Ohren und guckte ihn an, so nah, dass Kater Fuchsi nur noch Bimbos Augen sah. " Wenn du das näch­ste Mal kommst ,mein Alter, saufen wir tüchtig einen zu­sammen"; rief Bimbo und gab Kater Fuchsi einen Klaps.
Kater Fuchsi fand, das Affe Bimbo ein bisschen komisch war, aber doch recht nett. "Und wenn ihr wartet, bis es dunkel ist und dann abhaut?" überlegte Kater Fuchsi, der seinen zwei neuen Freunden gerne helfen wollte.
"Geht nicht", erklärte Teddy Plüschohr. "Die Tür wird nachts abgeschlossen, die kriegen wir nie auf."
Beim Überlegen zog Kater Fuchsi lange Fäden aus dem Teppich, die er "ratsch, ratsch" von seinen Krallen schnippen ließ. "Und wenn ihr...., und wenn ihr....?" Da ging die Tür auf und Elli kam herein.
"Katerle, wie kommst du denn hier herein, und was du alles angestellt hast, na warte, wenn ich dich kriege.
Kater Fuchsi war zu Tode erschrocken. Er sprang auf das Sofa, auf den Schreibtisch, das Regal und Elli immer hin­terher.
Nein, Elli sprang nicht ins Regal, aber sie rannte mit einem Staubwedel herum und versuchte ,Kater Fuchsi damit zu erwischen.
Seine zwei Freunde hatten tatsächlich die Starre und so sehr Kater Fuchsi auch schrie, sie halfen ihm nicht. Ge­rade wollte Elli ihm mit dem Staubwedel einen Klaps ver­passen, als Kater Fuchsi das Gleichgewicht verlor und un­ter Geheul abstürzte. Er fiel auf etwas weiches , krallte sich daran fest, rutschte wieder und stürzte mitsamt Ellis Perücke zu Boden.
Als Kater Fuchsi sah, was er angerichtet hatte, war er wie verwandelt. "Jetzt hab ich dir dein Fell über die Ohren gezogen Elli, und gleich beiße ich dir noch den Kopf ab!" schrie Kater Fuchsi und sprang geduckt wie ein Tiger auf Elli zu. Wie furchtbar stark und gefährlich er doch war, schade das Teddy Plüschohr und Affe Bimbo die Starre hatten und es nicht mit ansehen konnten.
"Du böses Katerchen", sagte Elli und "bums!" bekam Ka­ter Fuchsi den Staubwedel auf den Kopf geknallt. Unter Wehgejammer trat Kater Fuchsi die Flucht an. Wie von sieben Teufeln gejagt ,stürzte er die Treppe hinunter und rannte in das erstbeste Zimmer, dessen Tür offen stand. Er sprang auf den Küchentisch, auf das Fensterbrett, durch das offene Fenster und war draußen.
Beim Vorbeirennen hatte er den Topf gesehen, aus dem der köstliche Geruch kam. Aber in dem Topf lag die Ente und kochte vor sich hin. Geschieht ihr recht, sagte sich Kater Fuchsi, die bekam das köstliche Fressen und ist vor lauter Gier in den Topf gefallen, während er nur ein paar auf den Kopf gedroschen bekommt.
Eingeschnappt und mit brummendem Kopf lief Kater Fuchsi in die Scheune, wo er sich ganz tief im Heu ver­grub ,um allein mit seinem Kummer zu sein.

3. Kapitel

Als am Morgen Kater Fuchsi seinen verschlafenen Kopf aus dem Heu steckte, blinzelte er ungläubig. Direkt vor seiner Nase saß eine Maus, eine große Maus, eine große ,dicke ,fette Maus mit langen gelben Nagezähnen.
"Glotz mich nicht so blöd an!" sagte die Riesenmaus. Sie hielt ihren dünnen kahlen Schwanz in der Pfote und we­delte damit wichtigtuerisch herum.
Kater Fuchsi hatte noch nie eine so große Maus gesehen, sie war mindestens so groß wie er ,und Kater Fuchsi fand sich sehr groß.
"Du bist ganz schön frech für eine Maus", sagte Kater Fuchsi. "Sei froh, dass ich ein Fuchs bin und keine Mäuse fresse", er machte ein angewidertes Gesicht und reckte stolz seine Schnauze in die Luft.
"Ich bin eine Ratte, du blöder kleiner Kater", zischte die Ratte. "Und wer hier wen fressen kann, wollen wir doch erst einmal sehen." Die Ratte hatte ihre spitze Schnauze an die von Kater Fuchsi gedrückt. Ihre Augen funkelten ihn böse an, und sie stank aus dem Maul, dass Kater Fuchsi ganz schlecht wurde.
"Aber ich habe vorhin schon deine Sahne ausgesoffen und bin einstweilen satt", krächtste die Ratte. "Vielleicht fresse ich dich später", fuhr sie fort, wobei sie wichtigtue­risch mit ihrem dicken Hintern wackelte.
Kater Fuchsi kochte vor Wut. Aufgeregt demmelte Kater Fuchsi mit den Hinterpfoten im Heu, um sich gleich auf die Ratte zu stürzen und ihr "haps!" den Kopf abzubei­ßen. Die dicke Ratte saß genau richtig, ein Sprung und.., da sah Kater Fuchsi auf die Rattenzähne .
Sie waren gelb und lang, mindestens zwei Meter lang, schätzte Kater Fuchsi.
Nein, Füchse fressen weder Mäuse noch Ratten, er war ein Fuchs, und die Ratte hatte gerade noch einmal Glück gehabt, stellte Kater Fuchsi fest.
"Hältst du dich wirklich für einen Fuchs, du blöder klei­ner Kater?" fragte die Ratte und schnalzte mit der Zunge.
"Ich bin ein Fuchs!" schrie Kater Fuchsi. Hast du keine Augen im Kopf, sieh dir doch nur mein rotes Fell an!"
Die Ratte lachte dreckig. "Wenn du wissen willst, wie ein richtiger Fuchs aussieht, dann geh doch hinten über die Weiden. Hinter den Weiden kommt ein Wald. In dem Wald steht ein Haus, dort wohnt ein Fuchs. Immer der Nase nach", sagte die Ratte und schlenderte kichernd da­von.
"Wenn Füchse doch Ratten fressen, bist du fällig", schrie ihr Kater Fuchsi nach. Er zitterte am ganzen Kater Fuch­sikörper und Hunger hatte er auch. Vielleicht hatte die Ratte ja geschwindelt, und meine Sahne ist gar nicht auf­gefressen, überlegte Kater Fuchsi.
Schnell ging er nachsehen. Sein Napf war leer und stank nach Ratte.
Kater Fuchsi war verzweifelt. Jammernd ging er um sei­nen Napf herum. Es nützte alles nichts, die Sahne war weg.
Jetzt gehe ich zu dem Fuchs und frage ihn, ob Füchse Ratten fressen, beschloss Kater Fuchsi.
Hungrig machte er sich auf den Weg. Er fauchte noch einmal zur Scheune, wo die Ratte saß und ihm ihren run­den Bauch zeigte, über den sie sich mit beiden Pfoten streichelte.

4. Kapitel

Tapfer marschierte Kater Fuchsi durch die Weiden. Das Gras war nass und kalt. Zum Glück bemerkten die Kühe ihn gar nicht. Er war nicht in der Laune, sich mit ihnen herumzustreiten.
Nach einem langen Marsch blieb der inzwischen klat­schnasse Kater stehen.
Vor ihm stand ein Tier, ein wunderschönes Tier. So ein Tier hatte Kater Fuchsi noch nie gesehen.
Das ist sicher der Fuchs, nein Frau Fuchs, es hatte ja kei­nen Puller, dachte Kater Fuchsi. Kater Fuchsi war ganz verlegen.
"Entschuldigung!" rief Kater Fuchsi.
Das Tier drehte sich um, konnte aber niemanden sehen.
"Ich bin hier", rief Kater Fuchsi, der nass im Gras saß.
"Ach da bist du", sagte das Tier und streckte Kater seine wunderschöne weiche Schnauze entgegen.
"Ich bin ein Fuchs, Kater Fuchsi heiße ich", stellte sich Kater Fuchsi vor.
"Ich bin Frau Esel"; sagte Frau Esel, " und heiße Eseli."
Diese Ohren, diese wunderschönen, wuscheligen Ohren, dachte sich Kater Fuchsi. "Auf den ersten Blick habe ich dich auch für einen Fuchs gehalten", sagte er, "du bist wunderschön." Kater Fuchsi sah dabei auf seine nassen Pfoten, er genierte sich.
"Der Fuchs wohnt hinter der Weide im Wald. Im Wald steht ein Haus, dort wohnt der Fuchs", sagte der Esel. Warum der Kater wohl denkt ,er sei ein Fuchs, wunderte sich Eseli, sagte aber nichts, um den Kater nicht zu belei­digen.
"Dann werde ich mich wieder auf den Weg machen", sagte Kater Fuchsi.
Hinter der Weide stand Kater Fuchsi vor dem Waldrand. Es war kein sehr dunkler Wald, aber es war ein Wald.
Kater Fuchsi war noch nie in einen Wald gegangen.
Wenn der Fuchs sich hier wohl fühlt, fühle ich mich auch hier wohl, denn ich bin ja ein Fuchs, sagte sich Kater Fuchsi und marschierte tapfer in den Wald hinein. Bald kam er auf einen Waldweg, den er entlang lief.
Kater Fuchsi war ein tüchtiges Stück gelaufen, als er hin­ter ein paar dicken Eichen das Haus sah.
Hier wohnt also der Fuchs, dachte Kater Fuchsi und sein kleines Herz begann ganz laut zu pochen.
Zaghaft ging Kater Fuchsi auf das Haus zu. Es war ein al­tes Haus. Es war mit Efeu überwuchert. Fuchsi kam nä­her heran. Die Tür stand offen. Vor der Tür blieb Kater Fuchsi stehen, rief: "Herr Fuhuuchs", und dann: "Hallo!" und dann: "Hallo Herr Fuhuuuuchs!"
Kater Fuchsi saß vor dem großen Haus, vor der großen offenen Tür und kein Fuchs war zu sehen.
Wenn die Tür offen ist, kann man auch hineingehen, dachte sich Kater Fuchsi.
Vorsichtig betrat er das Fuchshaus. Fuchsi war ent­täuscht. Es war staubig, schmutzig und alles lag durchein­ander. Von einem Fuchs keine Spur.
Hier soll ein Fuchs wohnen? Die Ratte hatte bestimmt ge­schwindelt. Aber dann fiel Kater Fuchsi das wunder­schöne Eseli ein, das ihm ja auch gesagt hatte, dass hier der Fuchs wohnt.
Vielleicht ist er hinter dem Haus, überlegte Kater Fuchsi. Er rannte wieder hinaus und um das Haus herum.

5. Kapitel

Hinter dem Haus war nichts zu sehen von einem Fuchs.
Kater Fuchsi sprang zwischen den alten Obstbäumen durch das hohe Gras, als er bei einem Satz "schwups" verschwunden war.
Kater Fuchsi war in ein Loch gesprungen. Es war das Loch zu einem Gang, den Kater Fuchsi jetzt hinabpur­zelte.
"Plumps!" Kater Fuchsi war unten angekommen, er stieß an etwas weiches, was furchtbar stank. Erschrocken mauzte Kater Fuchsi, versuchte, den Gang wieder hinauf­zurennen, aber das Weiche stürzte sich auf ihn und hielt ihn fest.
Kater Fuchsi fuchtelte mit den Pfoten in der Luft herum, er mauzte und wand sich, aber er saß fest.
"Knurr!" machte es aus Kater Fuchsi.
Das Vieh über ihm antwortete sofort mit einem tiefen, bö­sen Knurren. Dann schnappte es nach Kater Fuchsi und hielt mit seinen messerscharfen Zähnen den kleinen Ka­terhals in seinem Maul.
"Nein, nicht!" jammerte Kater Fuchsi. "Ich habe doch nicht geknurrt, das kam aus meinem Bauch. Die Ratte hat doch meine Sahne gefressen, und jetzt knurrt mir der Ma­gen vor Hunger."
Es war ganz still in der Höhle. Gleich bekomme ich den Kopf abgebissen, dachte Kater Fuchsi und traute sich nicht einmal zu schlucken, mit all den Zähnen um seinen Hals. Gerade wollte Kater Fuchsi losheulen, als ihm ein­fiel, dass er ja....
"Ich bin ein Fuchs", rief er mit zitternder Stimme. "Lass mich sofort los, sonst beiß ich dir haps..."
"Du bust un Fuch?" fragte dass Vieh, ohne Kater Fuchsi aus dem Maul zu lassen.
"Jawohl, ein gefährlicher Fuchs! Wenn du mich sofort loslässt, fresse ich dich vielleicht nicht!"
Kater Fuchsi wurde losgelassen und betastete besorgt mit der Pfote seinen Hals. Langsam gewöhnten sich Kater Fuchsis Augen an die Dunkelheit, so dass er vor sich eine weiße Schnauze erkennen konnte. Seine Nase gewöhnte sich nicht an den Gestank der Kater Fuchsi fast den Atem verschlug.
Blitzschnell schnappte das Vieh Kater Fuchsi wieder. Es hielt ihn in seinen Pfoten und rollte ihn auf der Erde hin und her. "Hm, hm", sagte es dabei. Dann nahm es Fuch­sis Schwanz und hielt ihn in die Luft. Mit der spitzen weißen Schnauze wurde er von unten bis oben abge­schnuppert. "Bist du dir ganz sicher, dass du ein Fuchs bist?" fragte das Vieh, wobei es Kater Fuchsi wieder auf die Erde setzte.
"Ganz sicher sagte Kater Fuchsi", er versuchte dabei ein gefährliches Gesicht zu machen.
"Wenn du ein Fuchs bist", sagte die weiße Schnauze wei­ter, "wirst du sicher wissen, was Füchse am liebsten fres­sen."
"Natürlich", antwortete Kater Fuchsi. "Sahne, was sonst."
"Falsch, falsch!" rief die weiße Schnauze," hab ich mir doch gleich gedacht, dass du kein Fuchs bist. Füchse fres­sen am liebsten fette Enten."
"Sahne!" protestierte Kater Fuchsi.
"Enten!" schrie die weiße Schnauze.
"Sahne!"
"Enten!"
"Sahne!"
"Enten!"
"Sahne!"
"Ich bin der Fuchs, und ich fresse am liebsten Enten", brüllte die weiße Schnauze.
"Ich bin der Fuchs, und ich fresse am liebsten.."  Kater Fuchsi sah den Fuchs verwundert an. ! Du bist auch ein Fuchs?" fragte er.
"Natürlich bin ich ein Fuchs", sagte der Fuchs beleidigt. "Das sieht man doch an meiner weißen Schnauze, an meinem roten Fell und an meinem wunderschönen bu­schigen Schwanz." Der Fuchs wedelte mit seinem Schwanz herum.
"Ich habe auch ein rotes Fell und einen Schwanz und eine Schnauze und bin auch ein Fuchs"; sagte Kater Fuchsi und wedelte auch ganz eifrig mit seinem kleinen Schwän­zchen.
"Vielleicht bist du noch ein junger Fuchs", überlegte der Fuchs. "Wie ein Fuchs siehst du eigentlich nicht aus. Vor allen Dingen duftest du nicht so fein, wie es Füchse tun. Na vielleicht wird das noch, wenn du größer wirst. Ich heiße Fuchs Fridolin und weil wir beide Füchse sind, wol­len wir Freunde sein.
Kater Fuchsi freute sich, dass er nun eine junger Fuchs war und Fuchs Fridolin als Freund hatte.
Die beiden Freunde machten es sich in Fridolins Höhle bequem und erzählten sich Geschichten aus ihrem Leben.
Kater Fuchsi passte immer gut auf, wenn Fridolin etwas sagte, damit er alles über Füchse lernen konnte. Kater Fuchsi lernte auch, dass Füchse auch Ratten und Mäuse fressen.
"Hätte ich das nur ein bisschen eher gewusst"; rief er, "dann würde mir jetzt nicht der Magen knurren. Da hab ich mir doch so eine schöne dicke Ratte durch die Lappen gehen lassen."
"Ärger dich nicht Kater Fuchsi", tröstete Fridolin," Rat­ten schmecken meistens sowieso nicht besonders, aber Enten, hm lecker."
"Mit den vielen Federn? Ich kann mir gar nicht vorstel­len, dass das schmeckt." Kater Fuchsi stellte sich vor, wie er das Maul voller Federn hätte und schüttelte sich ange­widert.
"Man ist doch nicht die Federn", erklärte Fuchs Fridolin. "Mit den Enten ist es wie mit den Nüssen, die Schale wirft man weg und frisst nur das, was drinnen ist."
"Ach so", sagte Kater Fuchsi und stellte sich vor, wie die Ente unter den Federn eine Nuss war.
Langsam wurde es Nacht.
"Wir wollen losgehen und was zu fressen suchen," sagte Fridolin.
Kater Fuchsi fand das eine prima Idee, denn er war in­zwischen noch hungriger.
"Wo finden wir denn was zu fressen?" wollte Kater Fuchsi wissen.
"Im Wald, oder weißt du vielleicht, wo es Enten gibt?" fragte Fridolin. "Enten gibt es nämlich nicht im Wald."
"Wo ich wohne gibt es viele Enten", sagte Kater Fuchsi zögernd. "Sie haben aber sehr harte Schnäbel und sind furchtbar groß."
"Je größer, desto besser", fand Fridolin, der sich schon die Schnauze leckte.

6. Kapitel

Die zwei Freunde machten sich auf den Weg. Fridolin kannte sich gut aus im Wald und im Nu waren sie wieder auf den Weiden.
Nach einem Stück kamen sie wieder an die Stelle, wo Ka­ter Fuchsi die wunderschöne Eselin getroffen hatte. Sein kleines Kater
Fuchsiherz klopfte ihm bis an den Hals und er sah sich nach allen Seiten um. Es war eine helle Mondnacht, aber nirgends war Eseli zu sehen. Kater Fuchsi wurde es ganz schwer ums Herz, wie er es gar nicht kannte.
"Das ist der Hunger", erklärte Fridolin, als Kater Fuchsi ihm davon erzählte.
Als sie zum Haus kamen, war oben ein Fenster offen. Leise schlichen die zwei Freunde näher.
"Los, werfe es runter", hörten sie aus dem Fenster eine leise Stimme.
"Ja genau! Lass mich zuerst klettern. "
"Nein mich!" flüsterte eine andere Stimme. Aus dem Fen­ster flog ein dicker Strick. Eine blaue Gestalt stieg aus dem Fenster und begann, an dem Strick herabzuklettern.
"Ist das Manfred mit dem Gewehr?" fragte Fridolin be­sorgt. Kater Fuchsi hatte ihm schon von Manfred erzählt.
"Nein, das ist Affe Bimbo", flüsterte Kater Fuchsi zu­rück.
Sie stellten sich unter den Strick und warteten, das Affe Bimbo unten ankam.
Der Strick war gar kein Strick, was da runterhing, waren Manfreds lange Unterhosen, die Teddy Plüschohr und Af­fe Bimbo aneinander geknotet hatten. Leider waren es zu wenig und es fehlte noch ein gutes Stück bis zur Erde.
Affe Bimbo war am untersten Zipfel angekommen und sah sich erschrocken um. Seine Beine zappelten in der Luft.
"Spring",  rief Fridolin leise, "wir fangen dich auf."
"Wer ist da?" wollten Affe Bimbo und Teddy, der aus dem Fenster sah, zur gleichen Zeit wissen.
"Ich bin´s Kater Fuchsi, und das ist Fridolin eine anderer Fuchs und mein Freund. Spring nur."
"Plumps!" sprang Affe Bimbo Fridolin auf den Rücken. Da kam auch schon Teddy Plüschohr heruntergeturnt.
"Wir wollen nämlich abhauen", erklärte Affe Bimbo, "wegen der Starre!"
"Wegen der Starre?" wunderte sich Fridolin.
"Das erkläre ich dir später ", flüsterte Kater Fuchsi.
Fridolin war ganz aufgeregt, das konnte man an seinem buschigen Schwanz sehen, der wie wild hin und her we­delte.
Teddy Plüschohr landete auch weich auf Fridolins Rücken. "Nichts wie weg hier!" brummte er.
"Nein warte, wir sind doch hier, weil wir eine Ente holen wollen", erklärte Kater Fuchsi. Fridolin beschnupperte mit seiner spitzen Schnauze misstrauisch Affe Bimbos Bauch, dass Affe Bimbo kichern musste.
"Was wollt ihr denn mit einer Ente?" wunderte sich der Teddy.
"Knacken wie eine Nuss und dann aufessen", sagte Kater Fuchsi.
"Ihr habt uns geholfen, jetzt helfen wir euch!" rief Affe Bimbo, der jetzt auf Fridolins Rücken saß und wichtig mit den Armen in der Luft herumfuchtelte.
"Pssst!" machten alle und Fridolin gab ihm noch einen Klaps mit seinem buschigen Schweif.
Zusammen schlichen die Freunde zum Hühnerstall. Nein, Bimbo schlich nicht, der ritt ja.
"Einer muss Schmiere stehen", flüsterte Teddy Plüschohr. Teddy Plüschohr wusste eine Menge, denn er las immer Kriminalromane.
"Ich mach das!" rief Affe Bimbo eifrig. "Wenn Manfred kommt, dann pfeife ich, das machen sie in den Büchern auch immer so." Affe Bimbo rannte zur Hausecke und beobachtete die Haustür.
Fridolin zerrte schon an der Hühnerstalltür, aber sie war zu. Kater Fuchsi half ihm. Sie kratzten und zogen, aber die Tür wollte nicht aufgehen.
"Wir müssen dort oben den Riegel wegziehen, dann geht die Tür auf", erklärte Teddy, der wirklich schlau war.
Fridolin stellte sich auf die Hinterbeine, und es fehlte nur ein ganz kleines Stück, aber seine Schnauze reichte nicht bis an den Riegel heran.
"Warte, ich stelle mich auf dich, und Kater Fuchsi klettert auf meinen Kopf", sagte Teddy Plüschohr. Der Teddy krabbelte auf den Fuchsrücken. Der Kater Fuchsi kletterte auf Teddy Plüschohrs Kopf . Jetzt hatte Kater Fuchsi den Riegel in den Pfoten.
"Ääääh, äeäeäehh!" machte Kater Fuchsi und "Iiiiiups!" aber so sehr er auch drückte, der Riegel wollte sich ein­fach nicht bewegen.
Doch dann: "Klack!" sprang der Riegel auf.
"Miauz!" rief Kater Fuchsi und flog hinter dem Riegel her.
"Hilfe!" rief Teddy Plüschohr und verlor das Gleichgewicht.
"Fiep, fiep!" machte Fridolin, als ihm die Beine wegrutschten.
Die Tür sprang auf, und die drei Freunde purzelten durcheinander.
Der Lärm hatte alle wach gemacht.
Der Hahn krähte. Die Hühner gackerten. Die Enten schnatterten, und alle rannten aufgeschreckt durcheinan­der.
"Pfumpf", machte es von der Hausecke. "Misst, so ein Misst! Pffffffumpmpfff   ", aber so sehr sich auch Affe Bimbo mühte, es kam kein Pfiff heraus. Affe Bimbo konnte nämlich gar nicht pfeifen.
"Hilfe! Alarm, Manfred kommt!" schrie Affe Bimbo und rannte mit fuchtelnden Armen über den Hof. Da bog auch schon Manfred um die Ecke. "Jetzt brenne ich euch eins auf den Pelz ihr Hühnerdiebe!" schrie Manfred mit furchtbarer Stimme.
"Bums!" machte es und Federn flogen um die drei Freunde .Vor lauter Schreck lagen sie noch immer auf dem Bauch. Eine dicke Ente fiel erschossen direkt vor Fridolins Nase.
"Hehehe, Schnaps gesoffen!" lachte Affe Bimbo, der sich hinter einem Strauch versteckt hatte. Manfred konnte Affe Bimbo nicht sehen, aber er konnte ihn hören. "Bums!" schoss er in den Strauch, dann rannte er zurück ins Haus neue Patronen holen.
Fridolin schnappte die tote Ente am Hals und rannte los. Teddy Plüschohr rannte hinterher. Fridolin sah sich nach allen Seiten um, dann legte er die Ente hin und rannte wieder zurück. Fridolin schnappte Kater Fuchsi am Schlawittchen und stellte ihn auf die Beine. "Du kannst doch nicht zitternd hier liegen bleiben, gleich kommt Manfred wieder. Komm schnell hier weg!" rief Fridolin. Mit langen Sätzen war er wieder bei seiner Ente und zerrte sie über den Hof.
Kater Fuchsis Beine zitterten wie Espenlaub, aber er rannte eilig hinter dem Fuchs her.
An dem Busch kam ihnen der weinende Affe Bimbo ent­gegen. Teddy versuchte ihn zu trösten. Affe Bimbo hatte mitten auf seinem wuschelweichen Plüschbauch ein gro­ßes Loch, wo Manfred hineingeschossen hatte.
"Das stopfe ich dir wieder zu. Du wirst sehen, dann bist du so schick wie vorher", sagte der Teddy und streichelte Bimbo über den Kopf. "Halt nur schön deine Hand auf das Loch, damit der Schaumstoff nicht herausfällt", fuhr Teddy fort und drückte Bimbos Hand auf den Bauch, wo das Loch war.
"Fnell wag!" rief Fridolin mit der Ente im Maul.
"Mein schöner Bauch, mein schöner armer Plüschbauch", jammerte Affe Bimbo, der tapfer mitrannte.
An der Tür blieb Teddy kurz stehen. Er nahm den Eimer, der neben der Tür stand und stellte ihn direkt vor die Tür­schwelle. "Du schießt meinen Freund nicht so schnell wieder in den Bauch, du altes Ungeheuer", brummte Teddy und rannte dann schnell zu seinen Freunden. Im Nu waren die vier Freunde auf den Weiden und in der Nacht verschwunden.
Als Manfred mit dem frisch geladenen Gewehr aus der Tür stürmte, trat er in den Eimer. Er machte noch zwei Schritte mit dem Eimer am Fuß, dann fiel er der Länge nach "klatsch"  in eine Pfütze. Das Gewehr ging "bums" los und Manfred erschoss seinen Trecker.
Der ganze Hof war in Aufregung. Die Hühner rannten immer noch gackernd durcheinander. Die Enten schnatter­ten. Die Schweine grunzten und quiekten und die Kühe muhten. Nur einer lag still in seiner Hütte und schlief. Es war Senta der Wachhund, der träumte, wie er hinter Kater Fuchsi herjagte und ihn endlich einmal einho­len konnte.
Die vier Freunde bemitleideten den armen Affe Bimbo und versuchten, ihn zu trösten. Traurig trotteten sie auf den Wald zu, und nicht einmal Fridolin konnte sich so recht über seine Ente freuen.
Sie kamen an dem verlassenen Haus vorbei und standen endlich vor dem Fuchsloch.
"Hier wohne ich", erklärte Fuchs Fridolin. "In meinem Bau haben wir alle Platz. Ihr könnt bei mir wohnen so lange ihr wollt."
Die Freunde krochen in den Fuchsbau und machten es sich gemütlich. Na ja nicht alle machten es sich gemütlich. Affe Bimbo sagte nur: "Puh, äh ich glaube, ich muss doch noch ein bisschen  raus, wegen meinem Bauch." Teddy Plüschohr wollte ihn begleiten. Beide hielten sich die Na­se zu und verschwanden wieder.
Kater Fuchsi war todmüde. Er hatte sich ganz eng an Fri­dolin gekuschelt, der auf seinem Lieblingsplatz lag, und die zwei schliefen gleich ein.

7. Kapitel

Kater Fuchsi wurde von einem herrlichen Duft geweckt. Ein Duft, den er schon kannte. Als er die Augen auf­schlug, streckte auch gerade Fridolin seine weiße Schnau­ze in die Luft. Die zwei Freunde gähnten verschlafen. Dann leckte sich jeder über seine Schnauze, und sie krochen aus dem Bau.
Draußen war schon heller Morgen. Der Duft kam aus der Richtung, wo das alte Haus stand.
Als sie vor dem Haus standen, lugte Fridolin vorsichtig durch ein Fenster. Kater Fuchsi wollte natürlich auch hin­einsehen, aber er war zu klein. Fridolin sah eine ganze Weile durch das Fenster. Sein Schweif wedelte aufgeregt hin und her und fuhr dabei immer über Kater Fuchsis Schnauze. Davon musste Fuchsi niesen.
"Gesundheit!"  rief eine Stimme im Haus. Kater Fuchsi wollte schnell weglaufen, als die Stimme weitersagte: "Guten Morgen Fridolin, das Frühstück ist gleich fertig. Komm rein Essen und bringe doch auch Kater Fuchsi mit." Das war Affe Bimbo, der da rief, und es gab Früh­stück.
Schnell rannten die zwei Freunde um die Hausecke und sprangen durch die Haustür.
Verwundert blieben sie stehen. Das alte Haus sah ganz verwandelt aus. Der Fußboden war blitzblank. Es war aufgeräumt und in dem alten Küchenherd knisterte ein Feuer.
Affe Bimbo hantierte eifrig auf dem Herd herum. Er hatte zwei Handtücher um. Eines um den Bauch als Schürze und eines um den Kopf zum Turban gewickelt. Er sah sehr wichtig aus. Teddy  ging vor dem Küchentisch hin und her und las aus einem Buch vor:..." ist die Ente gar, wird sie tranchiert."
"Was ist rangiert?" wollte Affe Bimbo wissen, der nicht wusste, was er machen sollte.
"Weiß ich auch nicht", sagte Teddy Plüschohr.
"Dann schneide ich sie jetzt in vier Stücke", sagte Affe Bimbo.
"Aber genau gleich groß!" rief Kater Fuchsi.
"Ah, da seid ihr ja", freute sich Teddy Plüschohr.
"Kommt her und setzt euch an den Tisch, es bekommt je­der gleichviel", versprach Affe Bimbo.
Kater Fuchsi sprang auf einen Stuhl. Seine Schnauze reichte aber nicht einmal bis zur Tischkante.
Fridolin versuchte sich auf einen Stuhl zu setzen, wusste aber nicht, wo er seinen buschigen Schweif hin tun sollte, immer war die Stuhllehne im Weg.
Kater Fuchsi sprang auf den Tisch und machte es sich da bequem.
Fridolin wollte lieber auf dem Fußboden fressen.
Jeder bekam seine Portion Ente und die vier Freunde lie­ßen es sich schmecken. Es schmeckte ihnen so gut, dass man das Schmatzen noch draußen auf dem Waldweg hö­ren konnte.
Als sie aufgefressen hatten, legten sich die vier Freunde auf das Wohnzimmersofa und streckten ihre vollgefresse­nen Bäuche in die Luft.
"Affe Bimbo, Teddy Plüschohr, wo wart ihr die ganze Nacht?" wollte Kater Fuchsi wissen, "habt ihr gar nicht geschlafen?"
"Nein, wir haben hier das Haus aufgeräumt. Wir wohnen jetzt hier. Weißt du, Plüschtiere müssen nicht schlafen. Plüschtiere müssen auch nichts essen. Aber wenn es Ente gibt..." Teddy leckte sich die Schnauze.
"Und wenn sie lecker schmeckt, weil sie so ein hervorra­gender Koch zubereitet hat", lobte sich Affe Bimbo, "dann essen Plüschtiere auch Ente!" riefen beide im Chor.
"Aber das beste wisst ihr noch gar nicht", rief Affe Bimbo. "Hier seht mal", er riss sich dass Küchenhandtuch vom Bauch. Das Loch war weg. "Teddy hat beim Haus­aufräumen Stopfzeug gefunden und mich wieder zuge­macht."
Alle freuten sich, dass Teddy so gut stopfen kann.
Die vier Freunde lagen noch eine Weile da und dösten.
"Was wollen wir eigentlich heute Abend fressen", unter­brach Kater Fuchsi die Stille.
"Wir holen uns eine Ente", erklärte Fuchs Fridolin.
"Und wenn Manfred dich in den Bauch schießt?" gab Teddy zu bedenken. "Einen Fuchs kann ich nicht so ein­fach stopfen. Ein Fuchs ist mausetot."
"Dann fressen wir heute Abend gebratenen Manfred!" rief Kater Fuchsi eifrig. "Wenn wir ihn gefressen haben, kann er uns auch nicht mehr in den Bauch schießen."
"Ih, das esse ich nicht!" rief Affe Bimbo. Teddy Plüsch­ohr und Fridolin wollten auch nicht Manfred fressen, au­ßerdem hatten sie ein bisschen Angst vor ihm.
"In der Speisekammer steht noch ein Sack Mehl. Wenn wir Eier hätten, könnte ich uns feine Eierkuchen backen", überlegte Teddy.
"Au ja, Eierkuchen, das wäre fein!" freute sich Affe Bimbo.
"Wenn Eierkuchen lecker schmecken, dann hole ich uns gleich ein Huhn", beschloss Fridolin. "Das Huhn muss uns dann Eier legen."
"Wenn du uns ein Huhn holen gehst, gibt es heute Abend Hühnersuppe", sagte Affe Bimbo. "Ein Huhn, dem der Fuchs den Hals durchgebissen hat, kann keine Eier mehr legen."
Bimbo hatte natürlich Recht, und alle überlegten, wie sie an die Eier kommen könnten.
Kater Fuchsi erzählte, dass die Hühner die Eier im Hüh­nerstall legten. Dann kam Elli und sammelte alle ein.
"Ich weiß, wie wir es machen", rief Affe Bimbo. "Wir machen es wie in den Krimis, die Teddy mir immer vor­liest. Mit Erpressung!
Ich gehe zu den Hühnern und rede mit ihnen. Sie sollen in den Büschen hinter dem Hof ein paar Eier für uns legen, oder wir kommen und beißen ihnen allen die Köpfe ab."
"Genau!" rief Kater Fuchsi, "wir beißen ihnen allen die Köpfe ab, und schon haben wir die Eier."
"Nein, nur wenn sie uns keine Eier geben wollen", erklär­te ihm der Teddy.
"Hinter den Büschen ist prima", freute sich Fridolin, "da kann uns Manfred nicht sehen, wenn wir die Eier holen."
"Und dann gibt es Eierkuchen, Eierkuchen, Eierkuchen", sangen die vier Freunde im Chor und klatschten sich ge­genseitig die Pfoten aneinander.
"Ich werde zu den Hühnern gehen", erklärte Kater Fuchsi. "Affe Bimbo hat schon genug abgekriegt, und er kann auch die Starre bekommen, was dann? Außerdem weiß ja Manfred nicht, dass ich so ein gefährlicher Fuchs bin. Der Dummkopf denkt doch, ich bin ein Kater."
Die vier Freunde lachten.
"Aber bis zu den Sträuchern komme ich mit", erklärte Fridolin. "Vielleicht brauchst du ja meine Hilfe."

8. Kapitel

Kater Fuchsi und Fridolin machten sich auf den Weg, um Eier zu holen. Sie waren zwar noch satt, aber wenn´s ums Fressen ging, war Kater Fuchsi nicht zu bremsen.
Als sie schon fast aus dem Wald heraus waren, hörten sie es hinter sich schnaufen. Teddy kam hinter ihnen herge­hetzt . "Hier ein Korb, wo ihr die Eier hineintun könnt."
Teddy steckte den Korbbügel zwischen Fridolins spitzen Zähne. Dann marschierten die zwei weiter, Fridolin hielt den Korb in der Schnauze und Teddy winkte ihnen hinter­her.
Als sie auf die Weiden kamen, sahen sie sie schon von weitem. Bei jedem Schritt klopfte Kater Fuchsi das Herz schneller. Dann stand sie vor ihnen, die wunderschöne Eselin.
"Hallo Eseli!" rief Kater Fuchsi. Eseli hatte die zwei noch gar nicht bemerkt. Erschrocken sprang der Esel zurück. "Ein Fuchs mit einem Korb in der Schnauze. Sicher will er mich todbeißen und in dem Korb davon schleppen, " rief Eseli.
Kater Fuchsi erschrak auch, weil das Eseli so plötzlich hochsprang.
"Nein, wir holen doch Eier für Eierkuchen!" rief er schnell. "Füchse fressen doch keine Esel", und dann sah er fragend zu Fridolin und fragte leise: "Oder fressen Füchse Esel?"
Fridolin schüttelte den Kopf, dass ihm der Korb um die Ohren wedelte.
"Das ist mein Freund", erklärte Kater Fuchsi. "Wir haben noch zwei Freunde, die wohnen im alten Haus im Wald. Wenn du magst, kannst du mit uns kommen, wenn wir die Eier haben. Dann essen wir zusammen Eierkuchen, ja?"
"Ich komme gerne mit euch mit", freute sich Eseli. "Hier auf der Weide bin ich ja immer so allein."
"Bis gleich!" rief Kater Fuchsi und machte sich mit Frido­lin wieder auf den Weg zu den Hühnern.
Eseli sah den beiden hinterher und überlegte, ob wohl Esel Eierkuchen fressen. Von Eierkuchen hatte sie noch nie etwas gehört. Na egal, wenn sie mir nicht schmecken, wird es sicher auch so ganz lustig, und ich kann mit dem hübschen kleinen Kater Fuchsi zusammen sein. Eseli seufzte und riss eine große Distel ab, die sie in Gedanken versunken auffraß.
Die zwei Freunde kamen zu den Büschen, die vor dem Bauernhof wuchsen.
"Ich verstecke mich hier, wie abgemacht", sagte Fridolin und sprang mit dem Korb in die Büsche. Nur an der wei­ßen Schwanzspitze konnte Kater Fuchsi jetzt noch sehen, wo sein Freund saß.
Kater Fuchsi fasste seinen ganzen Kater Fuchsimut zu­sammen und lief auf den Hof.
Senta lag angebunden in einer Ecke und blinzelte gelang­weilt in die Sonne.
Kater Fuchsi versuchte ganz unauffällig zu tun, es sollte ja keiner merken, was er vorhatte.
Die meisten Hühner kratzten wie immer auf dem Misthau­fen herum. Kater Fuchsi ging zu einer dicken braunen Henne. Die Henne flatterte gleich zur Seite, als Kater Fuchsi näher kam.
"Halt, hier geblieben", rief Kater Fuchsi, "ich muss mit dir reden!"
"Gack, gack, gack, keine Zeit, muss Regenwürmer picken, gack, gack", sagte die Henne und rannte davon.
Kater Fuchsi sprang zur nächsten Henne, aber auch die  gackerte nur dumm herum und machte sich aus dem Staub, bevor er sie erpressen konnte.
So sehr sich Kater Fuchsi auch anstrengte, es war einfach nicht möglich, mit den Hennen ein paar Worte zu wech­seln. Eine nach der anderen flatterte hierhin und dorthin, bis Kater Fuchsi nicht mehr ein noch aus wusste.
Senta gähnte und legte sich auf den Rücken, damit  die Sonne ihr auf den Bauch scheinen konnte.
Da sah Kater Fuchsi den Hahn, der stolz auf dem Mist­haufen stand und sein hässliches "kikerikä" schreien wollte.
"He, Hahn! Ich hab mit dir zu reden", rief Kater Fuchsi zu ihm hinauf.
"Jetzt nicht, mein Freund. Ich muss mich konzentrieren, um die Freude aller Hühner über das Land zu trillern."
Kater Fuchsi kochte vor Wut, diese blöden Hühner. "Da hinten in den Büschen sitzt mein Freund der Fuchs Frido­lin!" rief Kater Fuchsi, "und der wird dir den Kopf abbei­ßen. Außer.." Kater Fuchsi ließ eine Pause, damit der Hahn noch ein bisschen vor Angst zittern konnte. "Außer du sorgst dafür, dass deine Hennen dort hinter den Bü­schen ein paar Eier für uns legen. Aber jeden Tag! Und nicht zu wenig, sonst..." Kater Fuchsi riss sein kleines Maul auf und machte. "Haps!"
Der Hahn sah arrogant in die Luft. "Was redest du da für dummes Zeug. Ein Füchslein, hier ein Füchslein? Von meinem Anblick würde es entfleuchen. Und erst mein Ki­keriki raubte ihm die Sinne. Störe mich nicht weiter und verschwinde!"
"Friiiidolin!" rief Kater Fuchsi verzweifelt, "was machen wir jetzt?"
Fridolin steckte seine weiße Schnauze aus den Büschen.
Als der Hahn die Fuchsschnauze aus den Büschen luken sah, flatterte er kreischend vom Misthaufen. Er rannte von einer Henne zur anderen und gackerte ihnen Befehle zu. Schon bald verschwand die erste verängstigte Henne in den Büschen. "Gock, Gock, Gock", kam es von dort, was soviel hieß wie: Ich hab ein Ei gelegt.
Nach der ersten folgte die zweite und so nacheinander alle Hennen.
Kater Fuchsi stolzierte über den Hof. "Und nicht verges­sen", rief er noch einmal zum Hahn, "keine Eier, dann.. Haps!" machte Kater Fuchsi.
"Ja, ja!" sagte der Hahn, der ängstlich zu den Büschen sah, "ihr bekommt so viele Eier, wie ihr wollt."
Als Kater Fuchsi bei seinem Freund in den Büschen ange­kommen war, legte Fridolin gerade das letzte Ei in den Korb. Fridolin hatte es ganz vorsichtig mit seinen spitzen Zähnen aufgehoben und ohne dass es kaputt ging, in den Korb gepackt.
"Jetzt gibt es Eierkuchen!" rief Kater Fuchsi.
"Eierkuchen!" rief auch Fridolin, nahm den Korbbügel in die Schnauze und die zwei Freunde liefen nach Hause.
Eseli wartete schon ungeduldig und freute sich, als sie die zwei mit dem Korb voller Eier anmarschieren sah.
Eseli hatte ihre wunderschönen wuschelweichen Ohren an den Zweigen eines Busches gekämmt und sah so noch schöner aus als sonst.
Nach einem Stück kamen die drei an einen Zaun. Kater Fuchsi und Fridolin konnten einfach darunter durchlau­fen, aber Eseli war dafür viel zu groß.
"Wir müssen das Gatter aufmachen, sonst komme ich nicht heraus", erklärte Eseli.
Zum Glück hatten Fridolin und Kater Fuchsi schon Erfah­rung mit dem Öffnen von Türen. Mit vereinten Kräften bekamen sie schließlich auch das Gatter auf, und Eseli war draußen. Vor Freude sang das wunderschöne Eseli ein Lied. Das ging so:
"Iaah, Iaaaaah, Iaah, iaaaaaääi..".
Kater Fuchsi und Fridolin waren sich beide sicher, dass sie noch nie so schönen Gesang gehört hatten.
Dann sangen alle drei zusammen ein Lied. Nein nicht alle drei, Fridolin sang nicht, der trug ja den Korb in seiner Schnauze. Fridolin klopfte im Takt mit seinem Schweif auf den Boden. Das ging so:
"Iaaah, mauz, bum, bum, mauz, bum, Iaaaääee!"
Sie kamen in den Wald und als sie auf dem Waldweg lie­fen, kamen ihnen Affe Bimbo und Teddy Plüschohr schon entgegengerannt. Sie hatten sie schon von weitem gehört. Die Freunde vielen sich um den Hals und begrüßten Eseli. Affe Bimbo streichelte sie gleich und drückte seine Schnauze in ihr weiches Fell.
Dann sangen alle: "Eierkuchen, Eierkuchen!" und spran­gen ins Haus. Nur Teddy Plüschohr lief ganz vorsichtig, denn der trug jetzt den Korb mit den Eiern.

9. Kapitel

Schon bald duftete es köstlich nach frischgebackenen Ei­erkuchen.
Jeder bekam soviel Eierkuchen, wie er nur essen konnte, und das war eine ganze Menge.
Nur Eseli fand, dass Eierkuchen doch nichts für sie war. Affe Bimbo hatte ihr ein paar Äpfel von der Obstwiese geholt und die ließ sie sich jetzt schmecken.
Nach dem Essen hatten sich wieder alle auf das Sofa ge­kuschelt. Bis auf Eseli, die passte nicht mit drauf. Eseli lag davor auf dem Teppich und hatte den Kopf auf die Sofa­lehne gelegt, so dass Kater Fuchsi ihre kuscheligen Ohren streicheln konnte. "Jetzt haben wir es richtig fein hier", sagte Kater Fuchsi, "und wollen auch immer zusammen­bleiben!"
"Genau!"
"Ja!"
"Klar!"
"So machen wir es!" riefen die Freunde durcheinander. Auch Eseli wollte nicht mehr zurück auf die Weide, für sie gab es ja auch auf der Obstwiese genug Gras und Äp­fel. Darüber war Kater Fuchsi besonders glücklich, und seine Freunde freuten sich mit ihm.
"Wenn ich jetzt noch Sahne hätte", sagte Kater Fuchsi verträumt und rieb seine Schnauze an der weichen Eseli­schnute.
"Auf der Weide neben meiner steht eine Kuh", sagte Eseli.
"Au fein, die melke ich!" rief Affe Bimbo.
"Und ich beiß ihr den Kopf ab, wenn sie die Milch nicht rausrücken will", erklärte Fridolin.
"Und ich mache euch Schlagsahne", beschloss Teddy Plüschohr.
"Mmmm Schlagsahne!" rief Kater Fuchsi, " und ich fresse sie auf. Nein, ich meine und dann fressen wir Schlagsahne!"
Schön, dass die Freunde für den nächsten Tag wieder et­was vorhatten.
Und so ging es jeden Abend. In dem Haus wurde es nie langweilig, und die fünf Freunde waren sehr glücklich.

Ende

zurück