Heiko Halfpaap

 

Fröhlicher Singsang auf einen gewonnen Krieg!


Gewappnet sie waren die dreitausend Mann
Und hatten strahlende Rüstungen an.

Wenn sie auch siegten, war die Trauer doch groß,
das Feuer, das Blut ließ sie nimmermehr los.

Vom Schweiß und vom Staub war geschwärzt ihr Gesicht,
blutig das Kleid, doch die Seele nicht.

Sie hatten gekämpft so viele Jahr,
sie waren verfolgt von der Häscherschar.

Mit dem Schwerte dem Willen, den Glaube als Schild,
so kämpften sie fort getreulich dem Bild

vom Ritter ohn Tadel, vom glorreichen Held,
der Ehre und Treue vor alles sich stellt.

Zulang war es her, dass sie gingen vom Heim,
vom Kind, von der Frau, um glücklich zu sein.

Jetzt war’s vorbei, vollbracht war die Tat,
gesäet war nun die blutige Saat.

Die Fahne voran in leuchtendem Eisen,
so zogen sie heimwärts, die Götter zu preisen.

Das Pflaster es klirrt wie schrecklich Musik
Von sechstausend eisernen Füßen zurück.

Aus ihren Kehlen da dröhnt der Gesang,
allein schon dieser macht jeden bang.

Und erst ihres Führers Angesicht,
aus dem all die Wildheit der Rache spricht.

Durchs Tor ziehen sie ein die tapfere Schar
Und bringen dem König die Huldigung dar.

Kein Murren, kein Klagen konnte man hören,
als sie standen vorm König, ihm Treue zu schwören.

Nur eine Träne rann in den Bart herab,
in Gedenken an Jene, die lagen im Grab.

Der König der lachte, der furzte und fraß,
auf die Lücken der Reihen erhob er sein Glas.

Und er ging zu den Huren und vergaß seinen Schwur,
den er gab seinen treuesten Mannen nur,

als sie zählten noch die dreifache Zahl
und zogen ins Feld, wie er es befahl.

Der brennende Blick all der tapferen Ritter,
das Herz ihnen brach, war die Heimkehr so bitter!

„Verrat!“ rief der Erste, „Tod dem Tyrannen!“
und kaum ward’s  gesagt stand alles in Flamen.

Und so focht das Heer seine letzte Schlacht,
die machte den Tag zur dunklen Nacht.

Und die Luft war Rauch und der Tod kam herbei,
der gab die trauernden Seelen frei.

Verraten das Volk, verraten der Glaub
Und alles was Groß war zerfiel nun zu Staub.

Der Tod brachte Friede dem zerrissenen Herz,
dass noch nie empfand so schrecklichen Schmerz,

wie Verrat an denen die zogen in’s Feld
und nie mehr sahen die strahlende Welt.

Verrat an dem Blut von all den Helden,
sie trotzten dem Tod und fanden den selben.

Laut war das Sterben, doch schön war der Tod,
bracht er doch ein End von Verrat und Not.

Vieltausend Krieger der Morgen fand,
in strahlender Rüstung, im roten Sand.

Und wenn du jetzt schreitest durch die alten Hallen,
sind vom Feuer verbrannt und halb schon verfallen,

dann denke an jene und lausch deinem Schritt,
in ihm hallen ihre eisernen Schuhe mit.

 

        Illustration 1                                 Illustration 2                                     Illustration 3

Ende