Philosophie; Weisheiten und Erkenntnisse,
aus:
"Der Weg zum Glück und zu anderen schönen Plätzen!"
von Heiko Halfpaap

 

5. Über die Kraft der Farben

und ihre therapeutische Anwendbarkeit im alltäglichen Leben

 

Schwarz:
Von einem plötzlichen Schrecken wird der Mensch oft erfasst. So streift man durch die Felder und steht vor dem pflügenden Bauer, der mit seiner gewaltigen Maschine die Erde aufreißt. Kreischend durchschneidet das Schwert des Pfluges den Boden, fährt durch unzählige wuschelbäuchige Nagetiere, zermalmt Knochen und Gestein.
Gib dich nicht dem ohnmächtigen Entsetzen hin, beruhige deine Seele mit der kühlenden Dunkelheit! Kratze mit den Händen den Ruß aus dem Ofen und färbe damit die Fußsohlen. Male Kreise auf deine Knie und schwärze deine Genitalien. Dann nimm allen Mut zusammen und male ein grausiges Dreieck auf deine linke Brust, "Trigolum" genannt (es beruhigt das Herz). Das Dreieck soll nicht mit Farbe gefüllt sein. Laufe so gewappnet zu den Stellen, an denen dich der Schrecken erfasste und rufe auch: "Wuhu - Buh - Buh!". Dunkelgänger wirst du genannt.

Blau und Weiß:
Wenn kleine Insekten im Sonnenschein tanzen und dir eine Melodie ins Ohr flüstern, wenn du dich liebkosend an den Stamm eines mächtigen Waldbaumes drückst oder kichernd mit dem Finger über den Hut eines graubraunen Pilzes fährst, wenn der Tau der Zweige dein Gesicht wäscht, du zwischen den Sonnenflecken auf dem Waldboden hin und her hüpfst, wenn eine kleine blaue Beere dich unverhofft an der Nase kitzelt, so lebe deine Wonne aus und bemale ein Bein mit blauer Farbe. Das andere Bein färbe weiß, nimm kein Mehl dazu und keinen Kalk, Kreide ist gut zu verwenden. Male auch einen blauen Kreis um deinen Bauchnabel. So gefärbt freudig hüpfend sollst du "Blauweißling" genannt werden, ein hohes Piepsen begleitet deinen glückseligen Weg.

Rot:
Schon die Alten wußten, dass rot die Farbe der Wut ist. Ein schreckliches Gefühl, das du jedoch nicht verbergen darfst. Ein trüber Tümpel, der Geruch von verwesendem Wachholder, all das ist grausam. Färbe deinen Kopf purpurrot und tupfe weiße Asche auf die Augenbraun. Der Ruf der Elster "Käkerrekerek" soll deinen Weg begleiten und "Purpurrötling" sollst du genannt werden.

Grün:
Unruhe hat dich erfasst. Alles, was du siehst, willst du beim Namen nennen und ihm gleich auch noch einen geheimen Namen geben, den nur du kennst. Jedes Wort mußt du mehrmals vor dich hin brummeln und findest keinen Schlaf mehr, da die Namen der Dinge aus dir hervorquellen und dich um deine Ruhe bringen.
Greife geschwind zur grünen Farbe, Spinat ist gut oder ein Sud aus Brennnessel und Wegerich. Ein dicker Brei soll es sein, den du dir um den Mund malen mußt. Beruhigend ist das Grün und "Grünschnauz" dein Name.

Gelb:
Verwende nie.

 

 

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