Philosophie; Weisheiten und Erkenntnisse,
aus:
"Der Weg zum Glück und zu anderen schönen Plätzen!"
von Heiko Halfpaap

 

33. Der Grießbrei und das Leben!

 

Spricht der Schüler zum Meister: "Meister mich hungert, so kann ich sehr schlecht üben, was ihr mich lehrt! Wäre ich doch immer satt, so könnte ich mich ganz meiner Aufgabe hingeben."
Der Meister äfft den Schüler nach: " Ich habe Hunger, mir ist kalt, so viele Käfer krabbeln mir über die Beine und das Summen der Bienen vertreibt meine Gedanken. Satt will ich dich machen, denn satt habe ich deine Einwände!"
Betreten trottete der Schüler hinter dem Meister in dessen Haus. Dort kochte der Meister ihm viel süßen Grießbrei und gab dem Schüler Schüssel um Schüssel davon.
"Oh Meister, satt bin ich wirklich und kann nichts mehr essen!"
"Dann lass uns nun ungestört deine Ausbildung fortführen. Da du satt bist vom Grießbrei, wird kein Gedanke des Hungers dich von den Überlegungen abbringen.
Stell dir vor, wieviel Grießbrei in einen Krug passt, doch erhitzt man ihn, füllt er fast zwei Krüge. Viele Krüge von Grießbrei verströmen angenehmen Duft, doch denkt man an ein Meer von Grießbrei, mag der Geruch weniger schön sein..."
Da erbrach sich der Schüler.
Der Meister:
"Satt sein und satt haben, sind Geschwister. Der Mensch ist ein erstaunliches Gefäß, je mehr Leben man in es hineinsteckt, um so mehr hat darin Platz. Achte stets darauf, das:
dein Leib nicht so voll Grießbrei ist, dass kein Leben mehr darin Platz hat und
es nur Grießbrei ist, den du ausspuckst, denn ist es Leben, kann ich es nicht zurückstopfen."

 

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