Philosophie; Weisheiten und Erkenntnisse,
aus:
"Der Weg zum Glück und zu anderen schönen Plätzen!"
von Heiko Halfpaap

 

25. Von der Kunst

 

"Seht Meister", ruft der Schüler. "Viele Künstler stehen hier und stellen ihre Arbeit aus. Seht Meister, die Berge, ich kenne sie und hier die Katze, als könnte man sie streicheln."
"Ja", sagt der Meister.
"Hier die Kleckse, seht auch diese, Meister! Wahrlich, Traurigkeit spricht aus ihnen, man sieht, wie lange der Künstler mit der Leinwand gerungen hat."
"Das sieht man," sagt der Meister.
Mit ernster Miene verfolgen die Künstler das Besucherpaar.
"Ha, Meister seht hier, das Kritzekratze -Männlein, darunter steht: Ich am Strand. Das könnte ich wohl auch noch malen."
"Kunst ist das nicht, ein Lebenskünstler, wer sowas ausstellt", spricht der Maler mit dem Klecksebild.
Vor der Tür der Schüler zum Meister:
"Welcher mag wohl der größte Künster sein und welches der Werke hat dir am besten gefallen Meister?"
Der Meister:
"Das gleiche wie dir und unschwer ist der Künstler zu erkennen. Gehe heim und antworte mir morgen an meiner statt."
Am nächsten Morgen:
"Ich kann mich nicht entscheiden, Meister, das einzige Bild, an das ich immer denken muss, ist das alberne Gekritzel und wie der Maler aussieht, der nicht einmal anwesend war. Sicher war er wieder am Strand, der Lebenskünstler, wie lächerlich."
"Auch mir hat das Bild am besten gefallen. Doch lächerlich ist es nicht, im Leben die Kunst zu sehen. Größere Künstler wären die anderen, die so fleißig arbeiten, würfen sie ihre Werke in eine Schlucht und sprängen dann hinterher, denn nicht für das Leben verbrauchen sie ihre Kraft, und der Ernst ihrer Sache kommt so sofort und ohne Mühe zum Vorschein.
Gewachsen ist der Berg, die Katze geboren, doch das Leben zu leben die einzige Kunst. Ein schönes Leben zu sehen mir das wahre Kunstwerk. Geh jetzt an den Strand."
"Ja, Meister."

 

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