Philosophie; Weisheiten und Erkenntnisse,
aus:
"Der Weg zum Glück und zu anderen schönen Plätzen!"
von Heiko Halfpaap

 

19. Von deder Heiligkeit der Dinge:

 

Fragt der Schüler den Meister:
"Meister, viel habe ich schon gelernt, doch wenn ich die Dinge ansehe und über sie nachsinne, so mag mir scheinen, es gibt welche, die bedeutsamer sind als andere. Mag es daher kommen, dass manche Religion Tiere und Dinge, ja sogar Menschen heiligt, da es die Natur verbirgt und sie hier einen tieferen Sinn der Ordnung  vermuten?
Mag das Resultat auch zweifelhaft sein, so denke ich, ist es gut, über Ebenen nachzudenken, in denen alles eingeordnet ist."
Spricht der Meister: "Bist du ordentlich, so ist es gut, bist du es nicht, so störe dich nicht daran, solange dich niemand dafür rügt!"
Versonnen blickt der Schüler auf den Boden, wo so manches Getier sein Tagwerk vollbringt.
"Seht Meister, die Raupe! Ist sie nicht Sinnbild des Wandels, des Strebens nach Veredlung seiner selbst?"
Spricht der Meister: "Viele Pflanzen frisst die Raupe, um ein bisschen herumzuflattern, schlecht ist es nicht, doch siehe da diesen Käfer! Er ist schwarz und unscheinbar, doch ohne ihn versänken wir im Kot."
"Wahrlich Meister, weit höher im Ansehen steht der Mistkäfer, rollt er doch eifrig allen Schmutz davon. Meister, wenn ihr Gott wäret, sprechet ihr sicher dieses Tier heilig?"
Der Meister zertrat den Mistkäfer. "Wenn ich Gott wäre, spräche ich mich selbst heilig und würde dich gleichfalls zertreten und wenn du eine Weile wartest, wirst du Gottes Fuß spüren, wie er dich ins Grab tritt."

 

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