Philosophie; Weisheiten und Erkenntnisse,
aus:
"Der Weg zum Glück und zu anderen schönen Plätzen!"
von Heiko Halfpaap

 

17. Vom Sinn:

 

Es war ein regnerischer Tag, als der Philosoph in meiner Wohnung auftauchte. Ich habe nicht oft Besuch und aus dem einen, der mir bisher beschieden war, wusste ich, was einen Fremden zu mir führt und wies ihm den Weg auf die Toilette.
“Nicht Erleichterung suche ich, ich bin es, der sie dir bringt“, sprach der Philosoph und schüttelte mit spitzen Fingern das Wasser aus seinem Mantel. Entsetzt starrte ich ihn an, doch gleich wurde mir klar, dass er wohl nur ein Wortspiel machte.
Der Philosoph erklärte weiter: „Gib mir etwas Geld und ich erzähle dir etwas vom Sinn in der Welt und weil wir einmal beim Broterwerb sind,“ seine bläuliche Zunge huschte über seine trockenen Lippen und er blickte sich suchend in meiner Wohnung um, „sag mir doch, womit du dein Brot verdienst.“
Da stand ich schön blöd da. „Nun“, begann ich. "Im Grunde arbeite ich für nichts, denn ich verschenke alles, was ich tue.“
Der Philosoph war sehr verärgert über mein Geständnis und rannte schimpfend aus der Wohnung. „Was hast du davon? Sinnlos ist alles, was du tust, was soll ich dir denn da an Weisheit verkaufen? Immer schlechter wird die Welt mit jedem Tag!“
Ich wollte ihm ein paar Schnittchen anbieten, denn wie gesagt habe ich nicht oft Besuch, doch schon war er weg und die Butter schmolz in der Sonne, die nach dem Regen zwischen den Wolken hervorschien.
Doch, was keiner von uns wusste, war, dass die Sonne auf ganz versonnene Weise an der Butter der Schnittchen leckte und in ihrem heißen Leib die Worte des Philosophen hin und her wälzte:
“Ich verzehre mich selbst, um die Welt zu erhellen. Meine Wärme und mein Licht hält alles am Leben, doch was habe ich davon, außer meinem eigenen Untergang. Sinn sollte ich meinem Dasein geben und etwas tun, was mir zugute kommt. Ich will nicht länger im Widersinn verharren."
So dachte die Sonne, und im übrigen war ihr sowieso schon ziemlich heiß und sie ging aus.

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