Philosophie; Weisheiten und Erkenntnisse,
aus:
"Der Weg zum Glück und zu anderen schönen Plätzen!"
von Heiko Halfpaap

 

16. Vom Bösen:

 

Ein Mann bückte sich nach einem Korn und als er es aufgehoben hatte, sah er die Maus, die das gleiche Korn gesehen und nur ein wenig langsamer war, als der Mann.
"Ich habe Hunger!" sprach die Maus, denn es war eine überaus kluge und sprachkundige Maus. "Laß mir das Korn, wenig ist es für dich, doch füllt es meinen Mausemagen und ich muß nicht Hungers sterben, denn groß ist mein Hunger und der Tod zupft mich schon an meinem Mauseschwanz."
"Gebe ich es Dir, wirst Du jetzt satt sein, morgen viele Kinder haben und übermorgen stirbt statt einer Maus deren 10. So grausam bin ich nicht, denn ich bin ein Mensch mit Geist!"
und der Mann aß das Korn.
"Böser Mann!" sprach die Maus und starb.
Als der Mann nach Hause kam, berichtete er seiner Frau die Geschichte. "Was bist Du eigennützig, dummer Mann, schimpfte die Frau, böse nennt dich zurecht die Maus, die du auf dem Gewissen hast. Geh hinaus auf das Feld und unterrichte die Mäuse, wie sie sich selbst Korn anbauen können, damit keine Maus eines Kornes wegen, das ein dummer Mann ihr wegnimmt, sterben muß."
Es war ein ängstlicher Mann, dem sein Gewissen nun zu schaffen machte und er tat, wie ihm geheißen.
Das Wunder geschah und die Mäuse bauten ihr Korn selber an, und bald war die Welt voller Mäuse und die Erde glich einem durchlöcherten Käse. Die Erde war so mit Gängen durchzogen, dass weder der Mann noch die kluge Frau darauf stehen konnten und auch alles Korn ging ein, so dass am Ende nichts blieb. "Böse Frau!" sagte die letzte der verhungernden Mäuse, denn sie meinte, eine böse List hinter dem Ansinnen der Frau   zu erkennen.

Und der letzte Mensch rief: "Wäre ich als Katze auf die Welt gekommen, hätte ich sie retten können und wäre doch nicht böse gewesen. Die Katze ist hungrig doch des Menschen Gewissen zerstört die Welt!"

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